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19 Juin 2001

Petition für ein Rahmenprogramm "Denkfähige Maschinen"

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Edouard Corbin

Mal mir einen Roboter

Nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit und versuchen Sie, sich ein Leben ohne elektrischen Strom vorzustellen: Kein Fernsehen mehr und kein Radio, keine Beleuchtung und keine Haushaltsgeräte. Für viele Leute würde das auch das Ende von Transportmitteln, Heizung und Kochmöglichkeiten bedeuten und sie hätten ganz schnell kein Einkommen mehr.

In einigen Jahren wird es sicher genauso schwierig sein, ohne intellegente Maschinen zu leben wie heute ohne elektrischen Strom. Diese Aussicht ist keine Träumerei, sondern wird schon in nächster Zukunft eine Realität sein: die Wissenschaft ist schneller als die Phantasie! Schon heute schlägt eine Maschine den Schachweltmeister. Gesellschaftsroboter leisten älteren alleinstehenden Menschen Gesellschaft und gehen ihnen bei den täglichen Aufgaben zur Hand. Schon heute werden Automaten, die sich an neue Umweltbedingungen anpassen können, zu Forschungsaufgaben in den Weltraum geschickt. Dank der raschen Fortschritte der kognitiven Wissenschaften und der künstlichen Intellegenz ist es heutzutage möglich, Systeme (Soft- und Hardware) zu entwickeln, die zu den höchsten menschlichen Leistungen der Auffassungsfähigkeit, der Sprache und dem abstrakten Denken, fähig sind. Das Fernziel besteht in der Schaffung eines Bewusstseins.

Diese technische Entwicklung ist keine verrückte Idee von lebensfernen Wissenschaftlern, die nie aus ihren Labors herauskommen. Sie wird durch die Entwicklung unserer Gesellschaften zu Informationsgesellschaften nötig und unabwendbar gemacht. Sowohl in den Routinemomenten des Alltagslebens als auch in den komplexen Programmen der wissenschaftlichen Forschung stehen wir einer wahren Lawine von Informationen und Daten gegenüber. Angebot und Nachfrage an Daten wachsen ständig, aber es fehlen immer öfter die sogenannten Zwischenstufen: Systeme, die die Informationen memorisieren, assoziieren, interpretieren und teilen können. Mit einem Wort, „Denkfähige Maschinen", den „Rechenmaschinen" früherer Zeiten vergleichbar.

Um eine Ahnung von der Zukunft dieses Sektors zu bekommen, muss man nur schauen, was unsere Nachbarn machen. In den Vereinigten Staaten und in Japan investieren Staat, Universitäten und Unternehmen massiv in die Forschung und die Entwicklung der künstlichen Intelligenz und der kognitiven Wissenschaften. In Europa dagegen tut sich nicht viel, obwohl es auf unserem Kontinent durchaus nicht an Talenten mangelt: unsere Forscher gehören, was die theoretische Forschung in den Bereichen Zellularautomaten, autokatalytische und neuromimetische Netze, genetische Algorythmen und adaptive Multi-Agenten Systeme betrifft, zu den Besten. Aber ihre brillanten Arbeiten werden oft nicht richtig genutzt.

Was ganz offensichtlich fehlt, ist der politische Wille und Unterstützung durch die Wirtschaft: die Ideen sind da, aber die Projekte müssen warten. Diese Neuentwicklungen sind jedoch nicht nur eine Frage der Finanzmittel, es geht auch um Mut und Langatmigkeit, Qualitäten, die es den Menschen die Genomentschlüsselung und den Flug zum Mond ermöglicht haben. Derartige Projekte liegen im Interesse der Menschheit und obwohl sie natürlich auch positive Auswirkungen auf die Privatindustrie haben können und werden, können sie ausschliesslich über eine öffentliche Finanzierung zu einer Realität werden.

Es gibt ein einfaches Mittel, um alle dahingehenden Anstrengungen zu bündeln: die Europäische Union müsste in ihren Rahmenprogrammen zur Forschung und Entwicklung (2003-2008)ein "Intelligente Maschinen" Programm auflegen. Dieses Programm hätte ein klares Budget und stände unter der Aufsicht eines aus Forschern, Politikern und Vertretern der Zivilgesellschaft zusammengesetzten Orientierungsrates, der darüber wacht, dass die zweifache Zielsetzung des Projekts, Wissenschaft und Pädagogik, eingehalten wird. Der Auftrag der in das Projekt eingebundenen Forscher bestünde darin, ein System künstlicher Intelligenz zu entwickeln, dessen Interaktivität der des menschlichen Bewusstseins so ähnlich wie möglich ist. Die Zivilgesellschaft würde den europäischen Völkern die Neuentwicklungen und Forschungsergebnisse auf interaktive und spielerische Weise nahe bringen, mit Wanderausstellungen, Robotik-Meisterschaften für Amateure, Phantasiewettbewerbe für Kinder und Kolloquien der Kognitionswissenschaften zum Herausfinden der sozialen Bedürfnisse.

Das Projekt "Denkfähige Maschinen" hätte positive Folge:
- es würde grosse wirtschaftliche, technologische und gesellschaftliche Fortschritte nach sich ziehen;
- es würde im wichtigen Bereich der kollektiven Sicherheit eine Stärkung unseres Kontinents darstellen;
- es würde uns erlauben, mit unseren grossen internationalen Partner gleichberechtigt zu verhandeln;
- es würde die Phantasie der jungen Leuten beflügeln und sie an die Forschung heranführen;
- es wäre ein Mittel zur Verstärkung der Kooperation und der Freundschaftsbande zwischen den Völkern Europas.

Die Europäische Union ist dazu da, Wohlstand, Frieden, Sicherheit und Unabhängigkeit ihrer Bürger zu garantieren. Wir sind der Meinung, dass dieses Bekenntnis nun in Taten und diese Versprechen in Initiativen umgesetzt werden müssen und wir fordern sie deshalb auf, der Zukunft eine Chance zu geben und im Jahre 2003 das Programm "Denkfähige Maschinen" aufzulegen.

Nota : Diese Petition wird an Politiker in Frankreich und Europa sowie an die grossen Medien gerichtet. Übersetzungen in die englische, deutsche und spanische Sprache werden jederzeit gerne angenommen!

 
Die ersten Unterschriften wurden geleistet von :

Jean-Paul BAQUIAST
Rédacteurs en chef de automatesintelligents.com - France.

Stéphane BARBIER
Professeur-Agrégé de philosophie - France.

Alain CARDON
Directeur du laboratoire informatique de l'Université du Havre et membre du LIP6 (Paris VI - Auteur de "Conscience artificielle et systèmes adaptatifs" ed. Eyrolles, Paris 1999.- France.

Sébastien CAQUARD
Doctorant en géographie - Université J. Monnet - Saint Etienne - France.

Edouard CORBIN
Délégué général de la Société internationale d'évolutique - France.

Dan CRISTEA
Maitre de Conférences, Ph.D., doyen de la Faculté d'Informatique, Université "Al.I.Cuza" Iasi, Roumanie

André DUPUIS
Responsable Informatique - IUFM Bourgogne - France

Patrick ESQUIROL
Maître de conférences à l'INSA de Toulouse (enseignant en Algorithmique&Programmation, Intelligence Artificielle, Programmation logique) et Chercheur au LAAS-CNRS de Toulouse - France.

Christophe JACQUEMIN
Rédacteur en chef de Automatesintelligents.com - France.

Frédéric MALAVAL
Professeur-associé au Département des Sciences de la terre et de l'Environnement de l'Université de Cergy-Pontoise - France.

Youssef MACHROUH
Doctorant au LIMSI-CNRS - spécialité : vision par machine et intelligence artificielle - France.

Charles MÜLLER
Journaliste scientifique - Dossier BioSciences - France.

Benoit MORISSET
Ingénieur doctorant au laboratoire d'analyse et d'architecture des systèmes du CNRS (LAAS-CNRS TOULOUSE) au sein du groupe Robotique et Intelligence Artificielle (RIA) - France.

Camille ROUX
Maître de conférences - Biologie moléculaire vegétale,
Laboratoire BMAS - Université Paris12/ Val de Marne -Créteil - France.

Guy THERAULAZ
Chargé de Recherches CNRS, Laboratoire d'Ethologie et Cognition Animale
Universite Paul Sabatier de Toulouse - France.

http://www.chez.com/evolutic/signataires.htm

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